Niederhorn

Niederhorn, oberhalb Beatenberg 2017

Im Spätsommer reiste ich via Bern – Thun – Beatenbucht – Beatenberg aufs Niederhorn und erlebte den lautlos heranschleichenden Abend – d.h. es war gar nicht so lautlos – einzelne Dohlen trieben krächzend die letzten Runden und vom Justistal drang das Dröhnen der röhrenden Hirsche herauf. Die ganze Nacht und die darauffolgenden Tage hörten wir diese ausdruckstarken Laute, je nach Wind sehr intensiv. Der Wanderleiter ist Jäger – er berichtete, dass die Bullen in der Brunftzeit, die jeweils vier bis fünf Wochen dauert, ca. 100kg an Körpergewicht verlieren dürften – bei etwa 200 – 240kg Ausgangsgewicht.

Schon bald setzte ich mich von der Wildbeobachtungsgruppe ab – für das Warten auf Tiere und Beobachtungen wurde einfach zu viel und zu laut gesprochen – und zog in meinem Tempo und meinem bevorzugten Alleingang dem Güggisgrat entlang zum Gemmenalphorn. Mit Freude und grosser Ehrfurcht traf ich Dohlen, Gämsen, Steinböcke und Schneehühnergruppen – die Murmeltiere schienen bereits, dem Kälteeinbruch entsprechend, ihre Höhlen aufgesucht zu haben.

Zum Schluss kam ich körperlich sehr an meine Grenzen, trug ich doch fast 14kg Ausrüstung – und mein Übergewicht – mit mir.

Das Berghaus Niederhorn war für drei Tage mein Basislager – mit gemütlichem und sauberen Zimmer und hervorragendem Essen – auch für mich als Veganer gab es auf der regulären Menukarte Köstlichkeiten. Die sehr freundlichen Gastgerber Stefanie und Pierre Dollberg trugen ihren Teil zu dem Gelingen dieses tollen Ausflugs bei.

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